Amucante | Katon Karagai 

Unterwegs im Nationalpark Katon Karagai


Von Dschingistai bringt uns der Parkranger zum Nationalpark. Bis zu einem kleinen Bach geht es per Allradfahrzeug, dann packen wir unsere Rucksaecke auf. Das kristallklare Wasser wird rasch ueberquert. Entlang einer Pferdespur weist unser Pfad bergan. Ueppige Vegetation und lautes Vogelgezwitscher begleiten uns bis weit in den Wald hoch. Die Hitze in diesem Tal ist enorm. Und zahlreiche Stechmuecken suchen - und finden - neue Beute. Deutsches Blut scheint besonders begehrt zu sein.

Im Wald ist es angenehmer, liegt es am Schatten, liegt es an der gewonnenen Hoehe. Oder an dem wuerzigen Duft der Zedern und Kiefern? Inzwischen sind wir hoch ueber dem plaetschernden Bach und der mitgeschleppte Wasservorrat zahlt sich aus. Der Hochwald wird lichter und die Vegetation hochalpin, allerdings in fast tropischer Fuelle. Ein untruegliches Anzeichen, dass in dieser Gegend kein Wassermangel herrscht.

Wir queren ein Hochplateau, danach fuehrt ein steiler Anstieg zum Pass. In zahlreichen Kehren geschmueckt mit tausenden praechtigen Blumen kommen wir hoeher. Und gleich ists geschafft, denken wir. Doch hinter der Kuppe folgt eine weitere, und der Pfad zieht noch weiter nach oben. Oberhalb eines Schneefelds troepfelt ein Rinnsal ueber unseren Weg. Mit viel Geduld koennen wir ein wenig Wasser nachfuellen. Der Weg wird flacher und der Pass ist nun in Sicht. Und die Aussicht ist gewaltig: das weitlaeufige Tal vom Buchtarma-Fluss erstreckt sich im Norden, gefolgt von zahlreichen Bergketten mit majestaetischen Gipfeln. Inmitten von ihnen der schneebedeckte Belucha mit ueber 4000 Metern. Im Osten zeigen sich chinesische Grenzberge und im Suedwesten ragt der Gipfel des Tauteke mit 3.252 m Hoehe vor uns auf. Diese Aussicht macht Hunger auf mehr, mehr Trekking, mehr Bergsteigen. Bei Gelegenheit sollte eine Besteigung, vielleicht sogar eine Ueberquerung, nicht allzuschwer sein.

Von unserem Pass fuehrt der Pfad gen Suedosten sanft bergab. Ein weites, offenes Tal empfaengt uns. Schon bald kommen wir zu den ersten Bueschen, welche ueber riesige Flaechen wuchern. Einige ausgetrocknete Bachrinnen bestaetigen, dass das Auffuellen unseres Wasservorrats sinnvoll/angebracht war. Wir geraten in einen kurzen, heftigen Platzregen, ueberqueren eine kleine Kuppe - und stehen vor einem traumhaft idyllischen See. Wer nicht schon oben am Pass sein Lager errichten wollte, moechte es hier nachholen. Trotz der ueppigen Vegetation finden sich gute Zeltplaetze. Das Relikt einer einstigen Huette in Sichtweite stoert dabei kaum.
 
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most recent update: 5. September 2004, r.zahner.